Bildung für das 21. Jahrhundert: D64 fordert eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache!

Während in anderen Bundesländern Informatik längst ein Pflichtfach ist, geht Hamburg den umgekehrten Weg und bietet Informatik sowohl für Gymnasien und Stadtteilschulen nur als Wahlpflichtfach an. Das ist der falsche Weg, wenn man Kinder und Jugendliche zu mündigen Bürgern im 21. Jahrhundert machen will. Algorithmen sind allgegenwärtig, daher sollte die Schule der Ort sein, in dem junge Menschen ein Verständnis davon erlangen, wie Algorithmen funktionieren und welche Auswirkungen dies auf Staat und Gesellschaft, aber auch auf den Arbeitsmarkt haben.

In der IT Industrie sind jetzt schon mehr als 60.000 Stellen unbesetzt. Energie-, Verkehr- und Gesundheitssysteme sind digital vernetzt. Computer und Software prägen unseren privaten wie beruflichen Alltag. Das Wissen darüber ist immer mehr ein wesentlicher Teil von Bildung. Trotzdem soll es in der Hamburger Schule in Zukunft noch weniger Informatikunterricht geben. Insbesondere junge Mädchen müssen gezielter gefördert werden, damit für sie eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich der Informatik interessanter werden, denn hier gibt es massiven Nachholbedarf.

Der digitale Wandel hat jedoch gerade erst begonnen. D64 fordert deshalb von Senator Ties Rabe (SPD) ein Digitalisierungspaket für Hamburgs Schulen:

  • Eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache!
  • Pflichtfach Informatik ohne wenn und aber!
  • Gezielte Förderung von Mädchen im Bereich Informatik!
  • Förderung von digitalen und freien Lernunterlagen!

Zu dem letzten Punkt ergänzt Nico Lumma, Co-Vorsitzender von D64: “Bei digitaler Lehrmittelfreiheit geht es nicht nur um kostenlose E-Books, sondern um offen lizenzierte Inhalte. Diese können von Lehrkräften adaptiert, weitergeben und re-kombiniert werden.” Hintergrundinformationen dazu finden sich unter http://lehrmittelfreiheit.d-64.org

Lumma weiter: “Wenn wir junge Menschen fit für das 21. Jahrhundert machen wollen, dann muss die Schule dazu in die Lage versetzt werden. Dafür reichen nicht vereinzelte Computerräume oder Tablets für alle Schüler, sondern es müssen grundlegende Kenntnisse von der Funktionsweise von Software vermittelt werden. Dies heisst noch lange nicht, dass alle Schülerinnen und Schüler Programmierinnen und Programmier werden sollen. Ein “weiter so!” darf es in der Bildungspoltik nicht geben.”

5 Kommentare

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    Uwe Buchholtz

    25. September 2014

    Es gibt viele Programmiersprachen. Wele sollen Kinder als Erste lernen? Darüber sollte als erstes diskutiert werden. Wichtiger ist es allgemeine Computer Kenntnisse zu erwerben. Was ist ein Betriebssystem? Umgang mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsgrafik. Den Computet als Werkzeug nutzen.

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