D64 fordert no-spy Hardwaresiegel im EU-Raum

  • NSA installiert gezielt Spähsoftware auf Netzwerkroutern und Servern
  • D64 fordert EU-Siegel für spähfreie Hardware
  • Europäische Technologie und offene Standards müssen stärker gefördert werden

Aktuelle Enthüllungen des Journalisten Glenn Greenwald aus seinem Buch ‚No Place to Hide’, das auf Unterlagen von Edward Snowden basiert, belegen, dass der amerikanische Geheimdienst NSA zu exportierende Netzwerktechnik, die von US-Herstellern verschickt wird, gezielt abfängt, um dort Spähsoftware zu installieren und sog. Backdoors einzurichten.

D64 fordert EU-Siegel für spähfreie Hardware

Um der umfassenden Totalüberwachung durch US- und andere Geheimdienste einen Riegel vorzuschieben, fordert D64 deshalb die Einführung eines no-spy Siegels für Hardware und Netzwerktechnik in der EU, das Verbrauchern die Sicherheit gibt, abhörfreie Technik zu erwerben. Zudem machen die neuen Enthüllungen deutlich, dass eine europäische Technologie-Industrie sowie offene Standards stärker gefördert werden müssen.

„Wenn ein Auto europäische Sicherheitsstandards nicht erfüllt, darf es nicht eingeführt werden. Das gleiche Schutzniveau sollte mindestens für den Import von Netzwerktechnik und Hardware aus den USA und anderen Ländern gelten.“ – Gesche Joost, Beiratsvorsitzende D64 und EU-Internetbotschafterin der Bundesregierung.

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Rückfragehinweis:
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Nico Lumma: 0151-61315310 / nico@lumma.de

D64 versteht sich als progressiver Think Tank, der über das reine Nachdenken hinaus auch politische Veränderungen erreichen will. Als Kompass für die inhaltliche Ausrichtung fungieren dabei die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die es vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu aktualisieren gilt.

14 Kommentare

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    Eberhard

    14. Mai 2014

    Nachdem seit etwa einem Jahr, also seit Edward Snowden, die ganze Welt über die NSA hergefallen ist, weil diese das Internet überwacht, und Angies Telefon, geht die Hysterie jetzt noch einen Schritt weiter.

    Jetzt regt sich die Welt darüber auf, daß aus den USA verschickte Hardware von der NSA komprimitiert sei, und die NSA alles, absolut alles wissen kann. Dagegen helfen dann logischerweise nicht mal mehr Verschlüsselung oder andere Vorsichtsmaßnahmen.

    Ich finde, wir sollten diese ganze hysterische Debatte beenden. Die NSA weiß alles. Na und? Wenn mein PC in Zukunft mit einem Festplattenfehler ausfällt, wende ich mich vertrauensvoll an die NSA und erhalte alle meine verlorengeglaubten Daten zurück. Das ist doch eigentlich eine positive Nachricht.

    Diese ganzen Forderungen, die es jetzt in Deutschland gibt, so wie “Wir wollen spähfreie Hardware! Wir wollen offene Technologien! Wir wollen ein no-spy Hardware-Siegel im EU-Raum!” sind doch kindisch. Wieso finden wir uns mit der Überwachung durch NSA und andere nicht einfach ab?

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    Ulf

    14. Mai 2014

    Mehr Sachverstand, bitte. Die Abwesenheit einer Hintertür lässt sich nicht beweisen. Und selbst wenn keine -von wem auch immer- eingebaute Hintertür drin ist, kann schon morgen eine Schwachstelle entdeckt werden die genau das gleiche ermöglicht.

    Solche Pressemitteilungen riechen nach Wahlkampf, nicht nach dem Wunsch irgendwelche Probleme zu lösen.

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    ichglaubsnicht

    15. Mai 2014

    In den 90er habt ihr beim Kryptoverbot durch die USA nicht mal ansatzweise verstanden, um was es geht und wo das hinführt. Echelon habt ihr ignoriert. Und jetzt auf einmal??? Und dann auch noch Frau Jost??? DIe auf die Frage “verschlüsseln Sie ihre Mails?” mal geantwortet hat “nein, wir benutzen VPN”?

    Wie soll das gehen? Wie wollen sie feststellen, ob Hardware kompromitiert ist?
    Mal ein kleiner Tipp, Leute, die nun wirklich was von der Sache verstehen und die sich um Dinge wie Grundrechte und Sicherheit sorgen sehen eigentlich nur einen Weg:
    -Sehr hohe Strafzölle für den Import von Chipsätzen ohne Dokumentation
    -Das Nichtoffenlegen von “Hintertüren” in APIs/ABIs muss als schwere Straftat mit Gefängnis bestraft werden
    Das durchzusetzen wäre mal einen Versuch wert.
    Aber nein, ein Aufkleber…

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    kosmar

    15. Mai 2014

    no-spy-Siegel für Hardware? Und wem soll ich das glauben? Ich halte das für albern.

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    Richard

    8. Juni 2014

    Technisch gesehen ist dies natürlich Schwachsinn, sonst aber wieder eine geschickte Masche, um gutgläubigen Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Schliesslich zahlt man auch für Biosiegel gerne ein bisschen mehr…

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