Berlin, 15. September 2025: Der ZDF-Fernsehrat bekommt neue digitale Expertise. Erik Tuchtfeld, Co-Vorsitzender von D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt, wurde als Vertreter für den Bereich „Internet“ aus dem Land Berlin in den ZDF-Fernsehrat entsandt. Der Plattformexperte und Jurist folgt auf Laura-Kristine Krause, die ins Bundesfinanzministerium gewechselt ist. Ab September 2025 wird Tuchtfeld auch die Netzpolitik.org-Kolumne „Neues aus dem Fernsehrat“ fortführen.
Svea Windwehr, Co-Vorsitzende von D64, kommentiert:
Mit Erik Tuchtfeld gewinnt der ZDF-Fernsehrat einen Experten für digitale Öffentlichkeiten. Seine Expertise in der Regulierung sozialer Netzwerke und der Förderung gemeinwohlorienter Alternativen wird dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der digitalen Transformation zugutekommen.
Die Nominierung erfolgte durch D64, den Chaos Computer Club, eco – Verband der Internetwirtschaft und medianet berlinbrandenburg. In seiner neuen Rolle will sich Tuchtfeld besonders für eine Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin zu einem Anbieter für gemeinwohlorientierte digitale öffentliche Räume einsetzen.
Erik Tuchtfeld, Co-Vorsitzender von D64, betont:
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein herausragendes Beispiel für ein öffentlich finanziertes Angebot, das staatsfern organisiert und gesellschaftlich eingebettet ist. Insbesondere als Gegengewicht zu den großen kommerziellen sozialen Plattformen sollte das ZDF zukünftig noch stärker auch gemeinwohlorientierte Diskursräume eröffnen, die auf süchtig machende und polarisierende Algorithmen verzichten und stattdessen Austausch und Teilhabe für alle ermöglichen.
Zur Person
Erik Tuchtfeld ist Volljurist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, an dem er seit November 2023 die humanet3-Forschungsgruppe leitet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Regulierung sozialer Netzwerke, Privatsphärenschutz und internationaler Menschenrechtsschutz.
Nach seinem Jurastudium in Heidelberg und Buenos Aires absolvierte er einen Master of Laws an der University of Glasgow mit einer Arbeit zur Grundrechtsbindung sozialer Plattformen. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert er sich als Co-Vorsitzender von D64 für Bürgerrechte im digitalen Raum.
Er ist regelmäßiger Autor für den Verfassungsblog und den Völkerrechtsblog, bei denen er auch als assoziierter Redakteur tätig ist. In Podcasts und Medienauftritten kommentiert er aktuelle netzpolitische Entwicklungen, insbesondere zu Fragen des Datenschutzes und der Regulierung digitaler Plattformen.