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Deine Daten, deine Kontrolle: Das 1 × 1 des Datenschutzes

Wusstest du, dass Facebook auch ein Profil von dir erstellt, obwohl du gar keinen Facebook-Account hast? Oder dass Datenhändler schon alleine durch deine E-Mail-Adresse ein detailliertes Profil von dir erstellen können?
Ein Mann in grauem Pullover sitzt an einem Laptop und hört einem Gespräch zu. Bild: D64/Fionn Große
Bild: D64/Fionn Große

In unserer digitalen Welt hinterlassen wir täglich unzählige Datenspuren. Jede Minute werden weltweit 3,5 Millionen Videos auf YouTube angeklickt, knapp 9,5 Millionen Google-Suchen durchgeführt und über 11 Millionen Euro in Online-Shops ausgegeben. Dadurch entstehen minütlich mehrere Milliarden neuer Datenpunkte, wovon ein Großteil die besonders wertvollen personenbezogenen Daten enthält.

Diese Daten werden längst nicht nur dazu genutzt, dir bessere Suchergebnisse zu liefern oder passende Produkte zu empfehlen. Sie werden systematisch aufbereitet und ausgewertet: Für personalisierte Werbung, die bis hin zur gezielten Manipulation reichen kann. Für das Training von Künstlicher Intelligenz ohne dein Wissen. Für staatliche Überwachung und Profilerstellung. Für kommerzielle Weiterverkäufe an Datenhändler weltweit und für Kreditwürdigkeitsprüfungen sowie andere automatisierte Entscheidungen über dich.

Das Problem ist dabei nicht nur die Sammlung der Daten selbst, sondern vor allem der Kontrollverlust. Du erfährst meist nicht, wer deine Daten sammelt, was genau gespeichert wird und wofür diese Informationen verwendet werden. Selbst wenn du vorsichtig bist und nur wenige Daten bewusst preisgibst, entstehen durch moderne Tracking-Technologien detaillierte Profile über dein Verhalten, deine Interessen und sogar deine politischen Ansichten.

Zwar reguliert in der EU vorrangig die Datenschutz-Grundverordnung, wer diese Daten wann und zu welchem Zweck nutzen darf. Doch die Realität zeigt: Regelungslücken, schwer kontrollierbare Datenströme über EU-Grenzen hinaus und die schiere Masse an täglichen Datentransfers führen regelmäßig dazu, dass die Privatsphäre von Bürgerinnen und Bürgern missachtet wird. Auch in Fällen, in denen eine effektive Durchsetzung möglich wäre, mangelt es oft an Ressourcen und politischem Willen. Es besteht außerdem immer das Risiko, dass deine Daten in die Hände von Kriminellen fallen: Hackerangriffe, Identitätsdiebstahl und Datenleaks sind alltägliche Bedrohungen geworden. Wenn deine Login-Daten einmal in falsche Hände geraten, können die Folgen verheerend sein. Noch bevor du es überhaupt merkst.

Deshalb ist es wichtiger denn je, selbst Maßnahmen zum Schutz der eigenen Privatsphäre zu ergreifen. Doch wo fängt man an? Welche Schritte sind wirklich wichtig? Und wie setzt man sie um, ohne IT-Experte zu sein?

Genau hier setzt unser 1 × 1 des Datenschutzes an. Wir haben einen praxisorientierten Leitfaden entwickelt, der die wichtigsten Bedrohungen für deine Privatsphäre erklärt und konkrete und einfach umsetzbare Lösungen bietet. Das 1 × 1 ist bewusst so aufgebaut, dass es sowohl für Einsteiger:innen geeignet ist, die gerade erst anfangen, sich mit Datenschutz auseinanderzusetzen, als auch für alle, die ihre bisherigen Schutzmaßnahmen überprüfen und verbessern möchten. Das Besondere an unserem 1 × 1 ist die praktische Ausrichtung. Jede vorgestellte Maßnahme ist mit nur geringem Zeitaufwand und ohne technisches Vorwissen umsetzbar. Wir erklären Schritt für Schritt, welche Tools empfehlenswert sind, wie du sie einrichtest und worauf du achten solltest. Dabei musst du nicht alles auf einmal umsetzen. Schon einzelne Maßnahmen können dein Schutzniveau deutlich erhöhen. Jeder Schritt gibt dir ein Stück Kontrolle über deine Daten zurück.

Diese Kontrolle ist mehr als nur Selbstschutz – sie ist ein demokratisches Gut. In einer Zeit, in der algorithmenbasierte Entscheidungen zunehmend unser Leben beeinflussen, brauchen wir informierte Bürger:innen, die ihre digitalen Rechte kennen und wahrnehmen können.

Deine Daten gehören dir. Es ist Zeit, dass du die Kontrolle darüber zurückgewinnst.

Foto von AG Datenschutz

AG Datenschutz

Die AG Datenschutz befasst sich mit verschiedenen Aspekten im Zusammenhang mit Daten. Wir erarbeiten, wie diese zum Wohle der Bevölkerung genutzt werden können und wie die Privatsphäre aller Bürger:innen geschützt werden kann. Dabei geht es insbesondere um Tracking im Internet, Gesichtserkennung, Videoüberwachung und Open Data.

Koordination:

Susanne Klausing , Torben Dzillak