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D64 zum Deutschland-Stack: Das Fundament muss stimmen, bevor die Fassade steht

„D-you und die digitalen Rathäuser sind die Fassade, der Deutschland-Stack das Fundament. Solange Standards und Zuständigkeiten ungeklärt sind, riskieren wir, dass er später nicht passt oder teuer umgebaut werden muss. Was mit öffentlichem Geld finanziert wird, muss...
Links Porträtfoto von Bendix Sältz. Rechts Zitat: „D-you und die digitalen Rathäuser sind die Fassade, der Deutschland-Stack das Fundament." – Bendix Sältz, Mitglied im Vorstand von D64. Unten rechts D64-Logo, unten links Bildnachweis „Bild: D64/Fionn Große"

Berlin, 4. November 2026: D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt veröffentlicht ein Dossier zum Deutschland-Stack. Der progressive, digitalpolitische Verein benennt vier Bereiche, in denen Bundesregierung und Länder nachbessern müssen, bevor weitere Komponenten eingeführt werden. Das Dossier erklärt Aufbau, Governance und die Rolle von Dezentralisierung im Deutschland-Stack, beleuchtet d-you als Basiskomponente, die am 2. Januar 2027 starten soll, und analysiert, welche Risiken beim aktuellen Stand der Umsetzung bestehen.

Bendix Sältz, Mitglied im Vorstand von D64, kommentiert:

D-you und die digitalen Rathäuser sind die Fassade, der Deutschland-Stack das Fundament. Solange Standards und Zuständigkeiten ungeklärt sind, riskieren wir, dass er später nicht passt oder teuer umgebaut werden muss. Was mit öffentlichem Geld finanziert wird, muss öffentlich prüfbar sein: Wir wollen den Code sehen und die Vergabe nachvollziehen. Die Nutzung muss auch in Zukunft freiwillig bleiben. Wer die Wallet nicht nutzen kann oder will, darf keine Nachteile haben.

D64 formuliert vier Forderungen an Bundesregierung und Länder:

  • Grundlagen vor Entscheidungen: Technische Grundlagen, Risiken und Abhängigkeiten müssen transparent geprüft werden, bevor weitere Komponenten eingeführt werden. Standards und Zuständigkeiten müssen rechtzeitig feststehen, damit neue Lösungen interoperabel sind und in bestehende Systeme passen.
  • Transparente Technologieauswahl: Der D-Stack setzt stark auf generative und agentische KI. Für viele Verwaltungsprozesse eignet sich regelbasierte Automatisierung besser, weil ihre Entscheidungen überprüfbar und begründbar sind. Die Technologieauswahl muss transparent begründet und regelmäßig überprüft werden, auch rückwirkend.
  • Langfristige Finanzierung: Für die Zahlungsabwicklung (ZBDS) und das Postfach (ZaPuK) fehlen Betriebs- und Finanzierungsmodelle noch. Kommunen, die den größten Teil der Verwaltungsleistungen erbringen, brauchen Planungssicherheit und ausreichende Ressourcen, um die neuen Dienste zu integrieren.
  • Freiwilligkeit der Wallet in der Praxis: D-you soll freiwillig nutzbar sein. Wird sie jedoch der einfachste oder einzige Weg für Alters- oder Identitätsnachweise, wird sie faktisch zur Voraussetzung für die Internetnutzung. Niemand darf benachteiligt werden, weil man die Wallet nicht nutzt.

Über D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt

D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. setzt sich in Deutschland und Europa für eine Digitalpolitik ein, in der die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität verwirklicht werden. Mit rund 800 Mitgliedern gehört D64 zu den größten digitalpolitischen Vereinen in der DACH-Region. D64 ist Teil des Bündnisses „Chatkontrolle STOPPEN!“.

Pressekontakt

Ulrich Berger
Geschäftsführer (er/ihm)
030-57714256
presse@d-64.org

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