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ZDF-Fernsehräte kritisieren Ausladung von „Danger Dan“ und Igor Levit aus ZDF-Sendung „Die Anstalt“ als mutlos

Mitglieder des ZDF-Fernsehrats kritisieren in einem offenen Brief die Entscheidung des ZDF, die Musiker „Danger Dan“ und Igor Levit aus der ZDF-Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ auszuladen, als mutlos und als Zeichen für fehlendes Vertrauen in die Redaktion.
Erik Tuchtfeld. Bild: D64/Fionn Große
Erik Tuchtfeld. Bild: D64/Fionn Große

Berlin/Mainz, der 21. Juli 2026. Acht Mitglieder des ZDF-Fernsehrats, darunter die ehemalige Bundesministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Erik Tuchtfeld (Co-Vorsitzender von D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt) sowie Vertreter:innen von Ver.di, DGB und BUND, kritisieren in einem offenen Brief die Entscheidung des ZDF, die Musiker „Danger Dan“ und Igor Levit aus der Jubiläumssendung der ZDF-Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ auszuladen, als mutlos und als Zeichen für fehlendes Vertrauen in die Redaktion. Der Sender habe damit die Chance vergeben, eine Debatte über den Umgang mit Rechtsextremismus anzustoßen.

Die Entscheidung war der Sendung vorausgegangen, die seit Dienstag, dem 21. Juli 2026, in der ZDF-Mediathek verfügbar ist. Die Redaktion der Sendung selbst war gegen die Ausladung, was auch in der Sendung kritisch thematisiert wird (ab etwa Minute 47:00). Der Vorfall hatte bundesweite Reaktionen ausgelöst.

Der offene Brief ist im Volltext bei netzpolitik.org verfügbar:

Hintergrund

Der ZDF-Fernsehrat wird für vier Jahre gewählt und überwacht die Einhaltung der Programmrichtlinien bzw. der im III. Abschnitt des Medienstaatsvertrages aufgestellten Grundsätze des Senders. Von den 60 Mitgliedern entfallen mehr als die Hälfte auf Vertreter:innen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Interessenverbände. Für den Bereich „Internet“ entsendet das Land Berlin den Co-Vorsitzenden von D64, Erik Tuchtfeld. D64 hat Erik Tuchtfeld gemeinsam mit den Vereinen Chaos Computer Club, eco – Verband der Internetwirtschaft und medianet berlinbrandenburg dafür nominiert.

Über Erik Tuchtfeld & D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt

Erik Tuchtfeld ist Volljurist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, an dem er seit November 2023 die humanet3-Forschungsgruppe leitet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Regulierung sozialer Netzwerke, Privatsphärenschutz und internationaler Menschenrechtsschutz. Nach seinem Jurastudium in Heidelberg und Buenos Aires absolvierte er einen Master of Laws an der University of Glasgow mit einer Arbeit zur Grundrechtsbindung sozialer Plattformen. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert er sich als Co-Vorsitzender von D64 für Bürgerrechte im digitalen Raum. Er ist regelmäßiger Autor für den Verfassungsblog und den Völkerrechtsblog, bei denen er auch als assoziierter Redakteur tätig ist. In Podcasts und Medienauftritten kommentiert er aktuelle netzpolitische Entwicklungen, insbesondere zu Fragen des Datenschutzes und der Regulierung digitaler Plattformen.

D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt setzt sich in Deutschland und Europa für eine Digitalpolitik ein, in der die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität verwirklicht werden. Mit rund 800 Mitgliedern gehört D64 zu den größten digitalpolitischen Vereinen in der DACH-Region.

Pressekontakt

Johann Lensing
Kommunikationsmanager
presse@d-64.org
d-64.org/presse

Gerne vermitteln wir Ihnen ein Gespräch mit unserem Co-Vorsitzenden Erik Tuchtfeld.