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Frühjahrsempfang 2024: Digitalpolitik faschismussicher

Der Frühjahrsempfang 2024 findet unter dem Jahresthema "Digitalpolitik faschismussicher" am 22. April 2024 in Berlin statt. Mit dabei sein werden Dr. Felor Badenberg, Jeannette Gusko und Prof. Dr. Matthias Quent.
D64-Mitglieder und Gäste strömen an einem sonnigen Frühlingstag in das Veranstaltungsgelände des Frühjahrsempfang 2022.
Bild: D64/Fionn Große

Es bewegt sich etwas in der Gesellschaft. Schon lange gab es in Deutschland kein so klares Bekenntnis zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Faschismus wie in diesem Jahr. D64 hat sich dem Kampf gegen den Faschismus verschrieben und ihn dieses Jahr zum Jahresthema gemacht: „Digitalpolitik faschismussischer. Wie schaffen wir eine resiliente Demokratie im digitalen Raum?“ ist das Motto der diesjährigen Arbeit von D64 und auch das Thema des D64-Frühjahrsempfangs.

Dieser findet am 22. April 2024 im Festsaal der Berliner Stadtmission statt. Ab 19 Uhr diskutieren unter anderem Jeannette Gusko, Geschäftsführerin von CORRECTIV, Prof. Dr. Matthias Quent, Soziologe und Rechtsextremismusforscher und Dr. Felor Badenberg, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz des Landes Berlin über die Rolle der Digitalpolitik. Neben einer kurzen Einführung in die Jahresaktivitäten von D64 erwartet Euch im Anschluss der mittlerweile traditionelle Empfang/Get-together, bei dem Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Forschung, Wirtschaft und Politik zusammenkommen, um weiterführende Gespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen.

Die Anmeldung zum Frühjahrsempfang ist offen und kostenlos. Die Plätze sind jedoch streng limitiert. Es handelt sich um einen Anmeldungspool, ein Anspruch auf Teilnahme besteht nicht. Die Teilnahme wird gesondert bestätigt. Die Anmeldung ist bis zum 12. April 2024, 15:00 Uhr möglich. Vereinsmitglieder haben die Möglichkeit, sich über ein separates Ticketkontingent anzumelden.

Weitere Informationen finden Vereinsmitglieder dazu im Vereinsheim und alle anderen hier:

Dr. Felor Badenberg

Felor Badenberg
Bild: © Hans-Christian Plambeck

Felor Badenberg, geboren 1978 in Teheran, zog mit zwölf Jahren nach Deutschland. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln, spezialisierte sich auf Staats- und Verfassungsrecht und promovierte 2005. Nach dem Referendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts Köln trat sie ihre Karriere im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) an. Dort bekleidete sie verschiedene Positionen, einschließlich der Leitung der Abteilung Cyberabwehr und später der Abteilung Rechtsextremismus und Terrorabwehr. Ihre Arbeit führte zur Einstufung der AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall. Am 15. Juni 2022 wurde Badenberg als erste Frau Mitglied der Amtsleitung des BfV und zur Vizepräsidentin ernannt. In der Politik wurde sie am 27. April 2023 zur Berliner Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz ernannt. 

Jeannette Gusko

Jeannette Gusko
Bild: Ivo Mayr

Jeannette Gusko, geboren 1984 in Berlin, ist eine vielseitige Persönlichkeit mit einem breiten Erfahrungsschatz: Als ehemalige Gründungsgeschäftsführerin DACH bei GoFundMe und leitende Mitarbeiterin bei Change.org sowie Mitbegründerin des Campaign Boostcamps (Deutschlands einziges diverses und inklusives Kampagnentraining) hat sie maßgeblich zur Entwicklung digitaler sozialer Bewegungen im deutschsprachigen Raum beigetragen. Ihre Leidenschaft für gesellschaftlichen Wandel spiegelt sich in ihrer Arbeit als Sprecherin des Netzwerks 3. Generation Ostdeutschland und in vielfältigen ehrenamtlichen Engagements wider. Mit ihrem Hintergrund in Wirtschaftskommunikation und internationalen Beziehungen ist sie eine gefragte Referentin, Autorin und Kommentatorin zu Themen wie Politik, Feminismus und Social Entrepreneurship. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Seit September 2022 ist sie gemeinsam mit David Schraven Geschäftsführerin des Medienunternehmens CORRECTIV. Dieses wurde seitdem unter anderem mit der Theodor-Heuss-Medaille für besonderes demokratiepolitisches Engagement (2023) und dem Deutschen Verlagspreis (2023) ausgezeichnet. Mit großen Recherchen wie „Draußen Held, drinnen Gewalt. Das Schweigen der Spielerfrauen.“ über Gewalt gegen Frauen im Profifußball hat CORRECTIV seitdem immer wieder gesellschaftliche Debatten angestoßen. Im Januar 2024 veröffentlichte CORRECTIV unter dem Titel „Geheimplan gegen Deutschland“ seine Recherchen zum Treffen von Rechtsextremen in Potsdam 2023 zum Thema Vertreibung und dem sogenannten „Masterplan Remigration“. Daraufhin folgte eine in Deutschland noch nie dagewesene Protestwelle gegen Rechtsextreme, Faschist:innen und die AfD.

Prof. Dr. Matthias Quent

Matthias Quent
Bild: © bpb/Bernd Lammel/Bundesfoto

Der Soziologe Prof. Dr. Matthias Quent, geboren 1986 in Thüringen, ist ein renommierter Rechtsextremismusforscher. Er ist Professor für Soziologie in der Sozialen Arbeit und Vorstandsvorsitzender des Instituts für demokratische Kultur an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Zuvor war er Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, einer außeruniversitären Forschungseinrichtung in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung. Er studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Leicester. Seine Dissertation zur Radikalisierung des rechtsterroristischen NSU wurde mit dem Nachwuchspreis des Forschungsschwerpunkts Rechtsextremismus/Neonazismus der Hochschule Düsseldorf ausgezeichnet (2012).

Seine Forschungsschwerpunkte sind Rechtsextremismus und Demokratie. Derzeit forscht er unter anderem zu rechten Reaktionen auf die ökologische Transformation sowie zu gesellschaftlichen und politischen Implikationen des Metaverse. Als gefragter Medienexperte ist er international bekannt. Sein Buch „Deutschland rechts außen“ erhielt den Preis „Das politische Buch 2020“ der Friedrich-Ebert-Stiftung und stand auf der Spiegel-Bestsellerliste. 2022 wurde Quent in die Sachverständigenkommission zur Erstellung des Vierten Engagementberichts der Bundesregierung berufen. Als Berater und Gutachter für öffentliche und private Institutionen sowie als Experte und Referent ist er eine wichtige Stimme im Kampf gegen Rechtsextremismus und für eine demokratische Gesellschaft. Ausgezeichnet mit dem Preis für Zivilcourage der Stadt Jena (2016) und als einer der 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen von DIE ZEIT (2019) setzt sich Quent kontinuierlich für eine vielfältige und weltoffene Gesellschaft ein.

Die Anmeldung zum Frühjahrsempfang ist offen und kostenlos. Die Plätze sind jedoch streng limitiert. Es handelt sich um einen Anmeldungspool, ein Anspruch auf Teilnahme besteht nicht. Die Teilnahme wird gesondert bestätigt. Die Anmeldung ist bis zum 12. April 2024, 15:00 Uhr möglich. Vereinsmitglieder haben die Möglichkeit, sich über ein separates Ticketkontingent anzumelden.

Weitere Informationen finden Vereinsmitglieder dazu im Vereinsheim und alle anderen hier:

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D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt

Informationen rund um den Verein werden durch den D64 Vorstand freigegeben und von der Geschäftsstelle publiziert.

Mitwirkende

Johann Lensing

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